Blog
1
1
Reiseblog
Sie schreiben über das schönste Hobby der Welt und das fast täglich: die Reiseblogger. Diesmal trafen wir Felicia Hargarten
Digital-Nomadin Feli bloggt über ihre Abenteuer auf www.travelicia.de
"Es kommt so wie es kommt, und das ist immer gut." Wohin sie reist und wie lange sie an einem Ort verweilt – das überlässt Felicia Hargarten lieber dem Zufall. Denn penibel planen liegt ihr nicht.
Wichtiger ist ihr, den Augenblick zu genießen – zum Beispiel bei einer Schnorchel-Tour mit dem ältesten Bewohner der Insel Caye Caulker in Belize oder auf Safari im Ngorongoro Krater in Afrika. Wie sie ihre Reiselust finanziert und wo sie unbedingt noch einmal hin möchte, das erzählt sie uns im Interview.  Mehr...

Stell Dich bitte einmal kurz vor!
Hi, ich bin Feli, 32 Jahre alt und lebe in Berlin. Seit über zehn Jahren reise ich als Backpacker durch die Welt und habe noch lange nicht genug. Um Reisen und Arbeiten besser verbinden zu können, habe ich vor über einem Jahr zusammen mit meinem Freund den Schritt in die Selbständigkeit gewagt. Aufgrund unserer langjährigen Jobs als (Online-) Marketing-Manager in großen Internetunternehmen unterstützen wir Firmen jetzt mit unserem Knowhow als „Online Angels“. Dazu gehören sowohl Consulting als auch die konkrete Umsetzung von Online-Marketing-Maßnahmen.
Darüber hinaus haben wir aber auch noch eigene Projekte und Produkte. Dazu gehört auch mein Blog „Travelicia“ – ein Infoportal für Backpacker & Globetrotter, oder die DNX, die erste Konferenz für Digitale Nomaden in Berlin. Ich liebe Flexibilität, Abwechslung und Herausforderung. Außerdem bin ich total gerne unter Menschen. Auf Reisen bin ich am liebsten in der Natur und am Meer. Minimalistisch zu leben macht mir überhaupt nichts aus – im Gegenteil, es macht mich frei! Mein Backpacking Rucksack wog beim letzten Check-in nur um die 8 kg.

Wie oft bist Du unterwegs und wohin zieht es Dich?
Im Jahr 2013 war ich insgesamt 7 Monate in 8 Ländern unterwegs: Thailand, Myanmar, Philippinen, Malaysia, Indonesien, Singapur, Mexiko und Belize.  Perfekt finde ich eigentlich einen Zeitraum von drei Monaten. Zwischendurch ist es dann auch schön, wieder in Berlin zu sein. Aber nicht im Winter!!! Ich plane nicht zu viel im Voraus, wie lange ich weg sein will oder wohin ich reise. Es kommt so wie es kommt, und das ist immer gut. 
Mit mehr Zeit im Gepäck reist man langsamer und hat die Möglichkeit, wie ein Einheimischer zu leben. Wenn man von unterwegs arbeitet, ist die Reise nicht mehr mit der des “typischen” Backpackers vergleichbar. Ideal ist es, sich eine Langzeitunterkunft zu suchen, bei der man ein gut funktionierendes Wi-Fi hat. Im Sommer hätte ich noch einmal richtig Lust, Europa zu bereisen und zum Beispiel “Housesitting” auszuprobieren. An Ideen für Reiseziele mangelt es mir also nicht.

Wo bist Du gerade und warum bist Du dort?
Jetzt in diesem Moment sitze ich auf der „Terazza“ von unserem Hostel „Yellow House“ in Antigua in Guatemala mit Blick auf den Vulkan Agua.  Mein Freund Marcus und ich sind Anfang Dezember dem Winter entflohen und von Frankfurt aus nach Cancun in Mexiko geflogen. 
Nach einigen Wochen in Yucatan sind wir dann weiter südlich nach Belize gereist und haben einen Monat auf der kleinen Karibikinsel “Caye Caulker” verbracht.  Als unser Visum auslief, wollten wir eigentlich weiter nach Honduras auf die Bay Islands reisen. Zu der Inselgruppe gehört die Insel Utila – ein Top-Taucherparadies. Da ich unbedingt meinen PADI “Rescue Diver”-Kurs machen möchte, wäre das perfekt gewesen. Die Wettervorhersage für Utila war jedoch nicht so toll – regnerisch mit Gewitter. Daher haben wir uns spontan für Guatemala entschieden und sind von Belize City mit dem Bus nach Flores in Guatemala gefahren. Von dort sind wir weiter über Guatemala City nach Antigua. Antigua ist weltweit bekannt für guten und günstigen Spanischunterricht. Also haben wir jetzt pro Tag drei Stunden Sprachunterricht.

Was ist Dir wichtig auf Reisen?
Ein Dach über dem Kopf, nicht zu frieren, etwas zu essen, nette Begegnungen und natürlich Wi-Fi ;).

Was war Dein erster Trip?
Mein erster großer Trip mit Anfang 20 ging mit einem Around-The-World Ticket von Thailand über Australien nach Chile und Argentinien. 

Wo warst Du schon öfter und warum?
Normalerweise fahre ich selten zweimal an den gleichen Ort. Aber im Süden von Thailand war ich ein zweites Mal. Die thailändischen Inseln finde ich immer wieder toll und ich liebe das Essen in Thailand. Beim ersten Mal war ich auf den Inseln im Golf von Thailand – Ko Samui, Ko Phangan und Ko Tao, und beim zweiten Mal auf den Inseln in der Andamanensee – Phuket, Ko Yao Yai, Ko Yao Noi, Ko Lanta & Co. Wenn Du mich fragst: Ja, ich würde auch noch ein drittes Mal hinfahren. Ich möchte unbedingt mal bei den Surin- und Similan-Inseln tauchen.

Was magst Du am meisten am Reisen?
Am Backpacking mag ich am meisten das Spontane & Unvorhergesehene. Wenn Du unterwegs von einem tollen Ziel hörst, warum nicht den Plan ändern? Auch wenn man vor der Reise sehr sorgfältig plant, kann man manche Dinge doch erst vor Ort einschätzen. Vielleicht gefällt es Dir eben doch woanders besser, als Du dachtest? Außerdem lernt man so viel beim Reisen. Learning by doing! Jedes neue Land macht einen entspannter, weltoffener und man lernt sich selber besser kennen.

Was nimmst Du für Dich persönlich mit von Deinen Reisen?
Die Erkenntnis, dass ich noch viel mehr sehen und erleben will. 

Hast Du manchmal auch Angst?
Generell bin ich kein ängstlicher Typ. Wenn ich die Sicherheitswarnungen vom Auswärtigen Amt im Internet zu bestimmten Reiseländern lese, dann bekomme ich aber manchmal Angst. Ansonsten hatte ich natürlich bei der einen oder anderen Abenteuer-Aktivität auch schon mal kurzzeitig Angst. Zum Beispiel bei meinem Fallschirmsprung am Mission Beach in Australien aber auch beim Paragliding vom Lions Head in Kapstadt, Südafrika. In versunkene Wracks hinein tauchen auf der philippinischen Insel Coron war mir auch nicht ganz geheuer. Man wird aber immer mutiger.

Was würdest Du noch einmal bzw. nie wieder machen?
Ich will nie wieder den Mount Emei in Sichuan, China, im Januar hoch laufen. Die Chinesen haben Spikes für die Schuhe verkauft – brauch ich nicht, dachte ich. Das hatte zur Folge, dass ich alle drei Meter ausgerutscht und sowieso aufgrund der Kälte zum Eisblock erstarrt bin. Der Verkauf von Kaffee am Wegesrand hat die Situation nicht verbessert, denn der Kaffee war scheußlich süß. 
Dafür würde ich aber jederzeit wieder in Afrika auf eine Safari gehen. Im Ngorongoro Krater in Tansania sind wir ungefähr sechs Stunden mit dem Allrad-Jeep herumgefahren – Zebras, Gnus, Löwen, Hyänen, Rhinos, Hippos und Pumas gab’s als Belohnung zu sehen. I love it!

Gibt es etwas, was Du immer schon mal machen wolltest? Wenn ja, was?
Ich möchte gerne einmal an den Amazonas nach Brasilien und in die Uyuni Salzwüste nach Bolivien. Auf einem Pferd mit Cowboyhut durch Texas reiten, einen Road-Trip durch Neuseeland machen, in den Dschungel von Borneo reisen. Und: ein eigenes Charity-Projekt starten.

Wenn Du jetzt sein könntest, wo Du willst – wo wäre das?
Genau hier in Guatemala, wo ich gerade sitze. Hier bin ich grad rundum zufrieden. Das habe ich auch durch das viele Reisen gelernt: sich einfach glücklich im Moment fühlen zu können und sich nicht an den nächsten Ort oder in die Zukunft zu wünschen.

Das Unglaublichste/Beste/Schrägste, was Dir auf Reisen passiert ist, bitte!
Total unglaublich war eine Schnorchel-Tour mit dem ältesten Bewohner der Insel Caye Caulker in Belize und seinem selbstgebauten Segelboot. Er kennt die lokalen Tiere wie Stachelrochen und Nurse Sharks seit Jahrzehnten, und sie folgen und vertrauen ihm. Ein tolles Spektakel. 
Eine der besten Sachen, die mir beim Reisen passiert ist: Ich und meine Freundin waren in Australien mit dem Working-Holiday-Visum auf Jobsuche. Eines Abends, als wir zu unserem Hostel zurückliefen, hielt ein Auto und man bot an, uns mitzunehmen. Tatsächlich war der Mann im Auto der Besitzer von PK’s Dschungel Lodge! Schon am nächsten Tag hatten wir die besten Jobs ever – und das an einem der geilsten Spots in Australien: am Cape Tribulation, wo Great Barrier Reef und Regenwald aufeinander treffen. Bingo!
Ich glaub, das schrägste war definitiv meine Flucht aus einem Volunteer-Projekt mit Schildkröten in Costa Rica. 

Wie finanzierst Du Deine Reisen?
Ich verdiene mit meinem Job Geld und gebe es für meine Reisen aus. Öfter arbeite ich auch mit Firmen aus der Tourismusbranche zusammen. Je länger man unterwegs ist und auch an einem Ort bleibt, desto günstiger wird eine Reise. Wenn man flexibel beim Reiseland und den Reisedaten ist, kann man zusätzlich viel sparen, beim Flug zum Beispiel. Zu Hause habe ich zur Zeit keine feste Wohnung. So vermeide ich doppelte Kosten.

Was würdest Du einem Freund empfehlen, wenn er/sie auf Weltreise geht?
Organisier Dich gut, aber plane Deine Route auf keinen Fall zu starr. Achte auch auf die Reisezeiten der Länder. Die Nebensaison kann ganz gut für den Geldbeutel sein. Nimm auf gar keinen Fall zu viel Gepäck mit.

Herzlichen Dank für das Interview, liebe Feli!

weiterscrollen für mehr Text